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Funkelnder Monolith des 20. Jahrhunderts
von KLAUS-MARTIN BRESGOTT
ugo Distler steht als Komponist eigentümlich
monolithisch in der experimentierfreudigen
ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sieht man
von den als Vorbild dienenden Alten Meistern
wie Leonhard Lechner und Heinrich Schütz ab,
stand Distler kein Stil, kein unmittelbarer Lehrer
vor Augen, dessen Sprache Ausgangspunkt des
eigenen Schaffens war. Auch eine kompositorische
Distler-Nachfolge hat es in der klassischen
Form nicht gegeben. Ähnlich wie zur selben Zeit
Ernst Barlach in der bildenden Kunst und Prosa
ist Hugo Distler künstlerisch einen eigenen und
eigenwilligen Weg gegangen, der, will man ihn
aus der Intention heraus begreifen, einiges abverlangt.
Sein Werk geht, obwohl teilweise tief darin
verwurzelt, nicht selbstverständlich und logisch
im historischen Umfeld auf und ist daher weder
kanonisierbar noch tatsächlich zeitbezogen.
Anspruchsvolle Schönheit
Hugo Distler war nur ein gutes Jahrzehnt öffentliche
Wirksamkeit vergönnt. Mit 34 Jahren schied
der Komponist und energetische Chorleiter am 1.
November 1942 freiwillig aus dem Leben. Seine
kurze Karriere, die fast ausschließlich in die Zeit
des Nationalsozialismus fiel, verlief zumindest
bis Kriegsausbruch vielversprechend.
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